BEG-Reform 2026: Was sich für die Wohnungswirtschaft jetzt ändert

Seit dem 21. Juli 2026 gelten neue Förderbedingungen für die Bundesförderung für effiziente Gebäude, kurz BEG. Für die Wohnungswirtschaft bedeutet das: Fördermittel müssen gezielter eingesetzt werden. Bei größeren Mehrfamilienhäusern sinken die maximal förderfähigen Kosten, einzelne Zuschüsse und Boni entfallen. Umso wichtiger wird es, Investitionen dort zu priorisieren, wo sie schnell und dauerhaft Wirkung entfalten.

Was bleibt bei der BEG gleich?

Die Zuständigkeiten bleiben grundsätzlich bestehen: Die KfW fördert weiterhin den Austausch von Heizungen und die umfassende energetische Sanierung. Das BAFA ist unter anderem für Maßnahmen an der Gebäudehülle und die Optimierung bestehender Heizungsanlagen zuständig. Auch die Grundstruktur der BEG bleibt erhalten: Sie umfasst Heizungsförderung, Sanierung und Einzelmaßnahmen.

Bereits zugesagte Förderungen behalten ihre Gültigkeit. Anträge, die vor dem 21. Juli 2026 eingereicht wurden, werden nach den jeweils geltenden Bedingungen geprüft.

Heizungstausch: Die Grundförderung bleibt bestehen

Bei der Heizungsförderung bleibt die Grundförderung von 30 Prozent erhalten. Für vermietete Mehrfamilienhäuser wird künftig nur noch ein begrenzter Teil der Investitionskosten für die Förderung berücksichtigt. Wie hoch dieser Betrag ausfällt, hängt von der Zahl der Wohneinheiten ab:

  • 28.000 Euro für die erste Wohneinheit
  • Je 15.000 Euro für die zweite bis sechste Wohneinheit
  • Je 8.000 Euro ab der siebten Wohneinheit

Bei größeren Mehrfamilienhäusern sinkt der förderfähige Betrag pro Wohnung deutlich. Die Förderhöhe sollte deshalb von Beginn an in die Investitionsplanung einfließen.

Zusätzlich wird der Förderhöchstbetrag für die erste Wohnung ab dem 1. Februar 2027 und anschließend zweimal pro Jahr um jeweils 750 Euro reduziert. So wird auch der Zeitpunkt der Umsetzung wichtiger.

Weniger Boni bei Wärmepumpen und Biomasseanlagen

Der Effizienzbonus für Wärmepumpen und der Emissionsminderungszuschlag für Biomasseanlagen entfallen. Bei Wärmepumpen werden bestimmte Anforderungen an das Kältemittel künftig zur Fördervoraussetzung.

Für 2027 ist außerdem ein weiterer Förderbestandteil geplant: Wärmepumpen aus der EU und assoziierten Märkten sollen zusätzlich gefördert werden, während die Grundförderung für Anlagen aus anderen Herkunftsländern auf 15 Prozent sinken könnte.

Für Wohnungsunternehmen wird es damit wichtiger, bei der Auswahl der Heiztechnik genau hinzuschauen. Neben den technischen Eigenschaften hat künftig auch der Herkunftsmarkt einen Einfluss auf die Förderhöhe.

Umfassende Sanierungen: weniger Zuschuss und neue Chancen

Auch bei umfassenden Sanierungen sinken die Tilgungszuschüsse. Für die Effizienzhausstandards 85 EE und 70 EE entfallen sie vollständig. Gleichzeitig muss ein Gebäude künftig bestimmte Anforderungen an die Nutzung erneuerbarer Energien erfüllen; EE-Standards werden vom Bonus zur Fördervoraussetzung.

An Bedeutung gewinnt hingegen die serielle Sanierung. Dabei werden Sanierungselemente und Bauabläufe standardisiert und auf mehrere ähnliche Gebäude übertragen. Das kann Planungs- und Bauzeiten verkürzen und die Umsetzung in größeren Beständen erleichtern. Der entsprechende Bonus soll künftig auch für den Effizienzhausstandard 70 EE gelten und voraussichtlich ab Ende September 2026 beantragbar sein.

Für Wohnungsunternehmen lohnt sich deshalb eine genaue Prüfung: Welche Gebäude ähneln sich baulich? Wo lassen sich Sanierungslösungen wiederverwenden? Und welche Maßnahmen passen zur langfristigen Strategie des gesamten Portfolios?

Worst Performing Buildings werden wichtiger

Die Reform setzt einen stärkeren Schwerpunkt auf Gebäude mit besonders hohem Energieverbrauch. Die sogenannten Worst Performing Buildings (WPB) sollen bei bestimmten Maßnahmen von zusätzlichen Fördervorteilen profitieren.

Das verändert die Reihenfolge in der Portfolioplanung. Bisher standen möglicherweise Gebäude im Fokus, bei denen eine Sanierung technisch einfach umzusetzen war. Künftig kann es strategisch sinnvoll sein, zunächst die ineffizientesten Gebäude zu betrachten.

Einzelmaßnahmen: Auch hier zählt die Größe des Gebäudes

Bei Einzelmaßnahmen über die BEG EM gilt ebenfalls eine Staffelung nach Wohneinheiten. Für Maßnahmen wie die Optimierung einer bestehenden Heizungsanlage können maximal folgende Kosten berücksichtigt werden:

  • 30.000 Euro für die erste Wohnung
  • 15.000 Euro für die zweite bis sechste Wohnung
  • 8.000 Euro ab der siebten für jede weitere Wohnung

Dabei wird der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) neu eingeordnet. Der iSFP beschreibt, welche energetischen Maßnahmen für ein Gebäude sinnvoll sind und in welcher Reihenfolge sie umgesetzt werden können. Künftig wird der iSFP-Bonus wird erst ab einem förderfähigen Investitionsvolumen von 30.000 Euro gewährt.

Heizungsoptimierung lohnt sich weiterhin

Nicht alle Fördermöglichkeiten werden durch die Reform eingeschränkt. Die Heizungsoptimierung zur Effizienzverbesserung bleibt im Rahmen der BEG EM grundsätzlich mit 15 Prozent förderfähig.

Das gilt auch für den digitalen hydraulischen Abgleich mit termios Pro. Die Maßnahme setzt nicht auf einen kompletten Austausch der Heizungsanlage. Stattdessen wird die Wärmeverteilung im Gebäude verbessert. Die smarten Thermostate werden direkt an den Heizkörpern installiert und passen die Wärmeversorgung kontinuierlich an den tatsächlichen Bedarf an.

Das ist besonders für Bestände interessant, in denen:

  • Ein Heizungstausch noch nicht unmittelbar ansteht
  • Große bauliche Eingriffe vermieden werden sollen
  • Viele Gebäude schrittweise optimiert werden müssen
  • Die Wärmeverteilung dauerhaft verbessert werden soll
  • In Vorbereitung eines Energieträgertausches die tatsächlichen Bedarfe ermittelt werden sollen

Tipp: Gerade bei größeren Portfolios ist eine geringinvasive Maßnahme ein sinnvoller Baustein zwischen laufendem Betrieb und umfassender Sanierung.

Was sagen die aktuellen Zahlen zu termios Pro?

Das Einsparpotenzial von termios Pro wurde in einer zweijährigen Feldstudie des Fraunhofer Instituts für Angewandte Informationstechnik (FIT) untersucht.

Die Studie basiert auf realen Verbrauchsdaten aus mehr als 1.300 Wohnungen. Insgesamt waren über 3.800 termios Pro Thermostate im Einsatz. Bei einer hochgerechneten Vollausstattung sank der raumwärmebezogene Heizenergieverbrauch im Durchschnitt um 14,1 Prozent – allein mit den Grundfunktionen von termios Pro, also der präzisen Raumtemperaturregelung und dem adaptiven hydraulischen Abgleich.

Damit liefert die Untersuchung eine belastbare Grundlage für die Bewertung digitaler Heizungsoptimierung im deutschen Mehrfamilienhausbestand.

5-Punkte-Plan: Was sollten Wohnungsunternehmen jetzt prüfen?

Die neue Förderlandschaft macht eine strategische Bestandsplanung wichtiger. Entscheidend ist nicht nur, welche Förderung für eine einzelne Maßnahme verfügbar ist. Es geht vor allem darum, die richtigen Gebäude zu priorisieren, passende Maßnahmen zu kombinieren und Investitionen langfristig skalierbar zu planen.

1. Den Bestand nach Effizienzpotenzialen ordnen

Besonders ineffiziente Gebäude – sogenannte Worst Performing Buildings – können nun stärker von Fördervorteilen profitieren. Sie sollten deshalb frühzeitig identifiziert und bewertet werden.

2. Heizungstausch und Heizungsoptimierung getrennt betrachten

Ein Heizungstausch ersetzt in der Regel ein fossiles System durch eine erneuerbare Lösung. Eine Heizungsoptimierung verbessert hingegen den Betrieb einer bestehenden Anlage. Beide Maßnahmen haben unterschiedliche Ziele und Förderbedingungen. Eine klare Unterscheidung hilft bei der Planung.

3. Förderfähigkeit frühzeitig prüfen

Die Höhe der förderfähigen Kosten hängt ab sofort stärker von der Zahl der Wohnungen, dem Gebäudestandard und dem Zeitpunkt der Antragstellung ab. Eine frühe Prüfung schafft Planungssicherheit und kann helfen, unnötige Verzögerungen zu vermeiden.

4. Serielle Ansätze für ähnliche Gebäude bewerten

Wenn sich mehrere Gebäude in Bauweise und Anlagentechnik ähneln, können standardisierte Sanierungslösungen Vorteile bieten. Das gilt insbesondere für größere Bestände mit wiederkehrenden technischen Ausgangslagen.

5. Geringinvasive Maßnahmen einplanen

Nicht jedes Gebäude kann sofort umfassend saniert werden. Hier kommt digitale Heizungsoptimierung ins Spiel: Sie kann bereits im laufenden Betrieb Effizienzpotenziale erschließen und ermöglicht es, Maßnahmen schrittweise auf weitere Gebäude auszurollen.

Fazit: Fördermittel gezielter einsetzen

Die BEG-Reform 2026 macht energetische Investitionen anspruchsvoller. Förderhöchstbeträge sinken, einzelne Boni entfallen und die Priorisierung im Bestand gewinnt an Bedeutung.

Für Wohnungsunternehmen kommt es deshalb auf die richtige Kombination aus langfristiger Sanierung und kurzfristig umsetzbaren Effizienzmaßnahmen an. Der digitale hydraulische Abgleich mit termios Pro ist dabei ein wichtiger und sinnvoller Baustein. Die Lösung wurde für den Mehrfamilienhausbestand entwickelt und durch das Fraunhofer FIT unter realen Bedingungen untersucht.

Die zentrale Frage lautet: Wie lässt sich mit dem vorhandenen Budget möglichst schnell möglichst viel Wirkung im Bestand erzielen?

Dafür braucht es keine Standardlösung, sondern einen klaren Blick auf die einzelnen Gebäude und das gesamte Portfolio. Wir unterstützen Sie dabei, Fördermöglichkeiten einzuordnen, Maßnahmen sinnvoll zu priorisieren und konkrete Einsparpotenziale sichtbar zu machen.

Lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, welche Strategie zu Ihrem Bestand passt.

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Hinweis: Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick über die BEG-Reform 2026 und ersetzt keine individuelle Förder- oder Rechtsberatung. Maßgeblich sind die jeweils aktuellen Informationen von KfW, BAFA und den zuständigen Förderstellen.

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